Haltung Aktualisiert am 15. August 2026
Geschäft mit der Angst?
Kurz gesagt: Ja, wir sind ein Unternehmen und verdienen an dieser Versicherung Geld. Nein, wir halten das nicht für verwerflich – aus denselben Gründen, aus denen niemand eine Hausrat- oder Unfallversicherung unmoralisch findet. Was wir nicht tun: mit Angst arbeiten.
Der Vorwurf
Unter fast jeder unserer Anzeigen steht er in irgendeiner Form: „Das Geschäft mit der Angst." „Mit Kranken Geld verdienen." „Schämt euch."
Wir lesen das jeden Tag, und wir verstehen, woher es kommt. Krebs ist für viele Menschen das, wovor sie sich am meisten fürchten – oft, weil sie es im engsten Umfeld erlebt haben. Wenn dann ausgerechnet neben diesem Thema eine Werbeanzeige auftaucht, ist ein mulmiges Gefühl die naheliegendste Reaktion der Welt.
Trotzdem glauben wir, dass das Angebot richtig ist. Hier ist, warum.
Ja, wir sind ein Unternehmen
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an, weil es sonst wie ein Ausweichen wirkt: Embea ist keine Stiftung und kein Verein. Wir bieten eine privatwirtschaftliche Versicherung an und verdienen daran. Das ist der Teil des Vorwurfs, der schlicht stimmt.
Uns ist wichtig, das nicht zu verkleiden. Ein Unternehmen, das bei dieser Frage anfängt herumzudrucksen, hat bei allen weiteren Fragen auch nicht viel Vertrauen verdient.
Warum wir über die finanzielle Seite trotzdem reden
Über Krebs wird in Deutschland viel gesprochen – über Diagnose, Therapie, Vorsorge. Über das, was daneben passiert, fast nie. Dabei ist es der Teil, der Betroffene oft am meisten überrascht: dass die Behandlung bezahlt wird, das Leben drumherum aber weiterläuft und bezahlt werden will.
Die Krankenkasse übernimmt die Therapie. Was sie nicht übernimmt, ist der Einkommensausfall. Nach sechs Wochen Lohnfortzahlung folgt Krankengeld – rund 70 Prozent vom Brutto, und nach spätestens 78 Wochen ist auch damit Schluss.
Viele erreichen diese 78 Wochen aber gar nicht. Zieht sich die Genesung hin, gilt man der Krankenkasse irgendwann nicht mehr als krank, sondern als erwerbsgemindert. Sie fordert dann zur Reha oder zum Rentenantrag auf – und das Krankengeld endet früher als gedacht. Was danach kommt, ist in aller Regel deutlich weniger.
Nicht die Behandlung wird zum Problem, sondern alles, was daneben weiterläuft.
Und der Einkommensausfall ist nur der Anfang. Dazu kommen Zuzahlungen für Medikamente und Hilfsmittel, Fahrten in eine weiter entfernte Klinik, Parkgebühren, Kinderbetreuung. Eine Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigt, dass das Einkommen Betroffener im Jahr der Diagnose im Schnitt um 26 bis 28 Prozent sinkt.
Dazu kommen Fragen, die sich vorher nie gestellt haben. Will ich in dieser Zeit überhaupt weiter Vollzeit arbeiten? Soll mein Partner Stunden reduzieren, um da zu sein – und können wir uns das leisten? Und wenn wir nach der Behandlung gemeinsam wegfahren wollen, weil wir genau das gerade brauchen: Ist dafür noch Geld da?
Diese Zahlen und diese Fragen kennt fast niemand, bevor es ihn selbst betrifft. Wir halten es für richtig, dass sie in der Mitte der Gesellschaft besprochen werden – auch wenn das Thema unangenehm ist und sich für manche falsch anfühlt, es überhaupt anzusprechen.
Nichts anderes als bei jedem anderen Risiko
Niemand hält es für unmoralisch, sich gegen einen Autounfall zu versichern, gegen einen Wohnungsbrand oder gegen Berufsunfähigkeit. Bei all diesen Versicherungen geht es um Ereignisse, die man sich nicht wünscht und nicht verhindern kann – und um die Frage, wer die finanziellen Folgen trägt, wenn sie doch eintreten.
Eine Krebsversicherung funktioniert nach demselben Prinzip. Sie zahlt bei einer Diagnose einen festen Betrag aus, über den frei verfügt werden kann: für die Miete, für kürzere Arbeitszeiten, für die Kinderbetreuung, für Fahrten in eine weiter entfernte Klinik – oder für die Woche am Meer, wenn das Schlimmste überstanden ist.
Sie verhindert nichts. Sie heilt nichts. Sie verschafft Zeit.
Dass Krebs emotional schwerer wiegt als ein Blechschaden, ist unbestritten. Aber genau deshalb ist es kein Argument dafür, die finanzielle Seite auszuklammern.
Was wir nicht tun
Wir arbeiten nicht mit Angst. Niemand sollte eine Versicherung aus Panik abschließen. Wer sich unsere Zahlen nüchtern ansieht und zu dem Schluss kommt, dass er das Risiko selbst tragen kann oder will, hat alles richtig gemacht.
Wir behaupten nicht, dass Krebs ein Todesurteil ist. Das Gegenteil ist der Fall: Die Überlebensraten sind über die letzten Jahrzehnte deutlich gestiegen, und die meisten Menschen, die heute eine Diagnose bekommen, haben gute Aussichten. Genau darum geht es. Der Weg zurück dauert oft Monate bis Jahre – und in dieser Zeit läuft das Einkommen eben nicht weiter.
Wir verkaufen nichts an bereits Erkrankte. Eine Versicherung lässt sich nur vorher abschließen. Das ist für Betroffene bitter, und wir sagen es lieber klar, als Hoffnungen zu wecken, die wir nicht erfüllen können.
Wo die Kritik berechtigt ist
Ein paar Punkte wollen wir nicht wegdiskutieren, weil sie zutreffen.
Werbung auf Social Media ist ein grober Kanal für ein feines Thema. Eine Anzeige hat wenige Sekunden und wenige Zeilen. Formulierungen, die dabei entstehen, sind zwangsläufig verkürzt – „gegen Krebs versichern" zum Beispiel ist sprachlich falsch, denn versichern kann man nur die finanziellen Folgen.
Unsere Anzeigen richten sich nicht an Erkrankte. Wir steuern sie bewusst nicht auf Menschen mit einer Diagnose aus – schon deshalb, weil wir sie gar nicht versichern könnten. Ganz ausschließen lässt es sich trotzdem nicht: Wem eine Anzeige ausgespielt wird, entscheidet am Ende der Algorithmus der Plattform und nicht wir. Wenn sie dadurch bei jemandem landet, der gerade mitten in einer Behandlung steckt, ist das nicht beabsichtigt.
Es wäre schöner, wenn es uns nicht bräuchte. Der Satz „Eine Schande für einen Sozialstaat, dass man das extra versichern muss" steht regelmäßig unter unseren Anzeigen, und im Kern stimmen wir zu.
Wir bilden eine Lücke ab, die es idealerweise nicht geben sollte.
Solange es sie gibt, halten wir es aber für besser, sie zu benennen, als so zu tun, als sei sie nicht da.
Eine Versicherung ist nicht für jeden sinnvoll. Wir haben an anderer Stelle aufgeschrieben, für wen sie sich lohnt und für wen eher nicht – inklusive der Fälle, in denen wir von einem Abschluss abraten würden.
Freiwillig, in beide Richtungen
Unsere Versicherung ist ein Angebot, kein Appell. Wer sie nicht möchte, verpasst nichts, was er nicht bewusst abgelehnt hätte. Wer sie möchte, sollte vorher wissen, was sie leistet und was nicht – deshalb steht das bei uns offen im Netz und nicht im Kleingedruckten.
Und wenn Sie anderer Meinung sind: Schreiben Sie uns unter service@embea.com. Wir lesen mit, auch unter den Anzeigen.
Was die Versicherung genau leistet – und wann sie nicht zahlt.
Leistungen ansehenOder direkt den Beitrag berechnen – dauert etwa eine Minute.